Mann schießt mit einem Compoundbogen unter freiem Himmel – richtige Technik und Haltung für präzisere Treffer.

Bogenschießen mit dem Compoundbogen: Technik, Tricks und Trainingspläne

Bogenschießen ist eine der ältesten Jagd- und Sportarten der Menschheit – und mit dem Compoundbogen erreicht sie eine neue Stufe der Präzision. Durch das innovative Sehnen- und Umlenkrollensystem (Cams) ermöglicht dieser Bogen hohe Geschwindigkeiten und eine erstaunliche Genauigkeit. Doch die Technik dahinter will gelernt sein. Wer seinen Compoundbogen richtig nutzen möchte, braucht nicht nur eine gute Schießhaltung, sondern auch Disziplin und ein strukturiertes Training.

In diesem Artikel erfährst du alles, was du wissen musst: die optimale Technik, häufige Fehlerquellen, hilfreiche Tricks und einen effektiven Trainingsplan, um deine Fähigkeiten Schritt für Schritt zu verbessern. Egal, ob du Einsteiger bist oder deine Schüsse perfektionieren willst – hier bekommst du das nötige Wissen.


1. Die richtige Technik: So triffst du ins Schwarze

Detailaufnahme eines Compoundbogens mit Jagdpfeil – moderne Technik für maximale Präzision beim Bogenschießen.

Eine saubere Schießtechnik ist die Grundlage für präzise Treffer. Der Compoundbogen hat zwar mechanische Vorteile gegenüber klassischen Bögen, doch falsche Haltung oder fehlerhafte Bewegungsabläufe können die Schussgenauigkeit drastisch beeinträchtigen.

Grundhaltung und Körperposition

Die richtige Körperhaltung ist essenziell für einen wiederholbaren, kontrollierten Schuss. Eine schulterbreite Standposition sorgt für Stabilität und Balance. Die Füße sollten leicht versetzt stehen: Der vordere Fuß zeigt in Richtung Ziel, der hintere bildet einen Winkel von etwa 45 Grad. Dadurch bleibt der Oberkörper entspannt, und das Zielen fällt leichter.

Ein häufiger Fehler bei Anfängern ist ein instabiler Stand. Wer während des Zielens wackelt oder sich in eine unnatürliche Haltung zwingt, gefährdet die Wiederholgenauigkeit seiner Schüsse.

Der richtige Griff am Bogen

Der Bogen sollte locker in der Hand liegen, ohne verkrampft festgehalten zu werden. Die Hand darf nur so viel Druck ausüben, dass der Bogen nicht kippt. Ein zu fester Griff kann Vibrationen erzeugen, die sich negativ auf die Pfeilflugbahn auswirken.

Zielen und Ankerposition

Ein entscheidender Aspekt beim Compoundbogenschießen ist die Ankerposition, also der Punkt, an dem die Zughand im Gesicht anliegt. Viele Schützen nutzen das Kinn, den Wangenknochen oder den Mundwinkel als festen Ankerpunkt. Je konstanter dieser Punkt, desto präziser die Schüsse.

Das Zielen erfolgt über ein Visier mit mehreren Pins für verschiedene Distanzen. Durch das Peep-Sight – eine kleine Linse in der Sehne – wird das Zielbild noch stabiler. Wichtig ist, während des Zielens beide Augen offen zu halten, um die Tiefenwahrnehmung zu verbessern.

Rückenspannung und Schussablauf

Viele Einsteiger verlassen sich zu sehr auf die Armkraft und vernachlässigen die Rückenmuskulatur. Die Schulterblätter sollten leicht zusammengezogen werden, um eine stabile Halteposition zu erreichen. Der Schuss sollte kontrolliert und nicht ruckartig erfolgen.

Nach dem Lösen der Sehne gilt: Nicht sofort bewegen! Wer direkt nach dem Schuss die Position verändert, beeinflusst oft unbewusst die Flugbahn. Profis bleiben noch 1–2 Sekunden ruhig in der Endposition, bevor sie den Bogen absenken.

💡 Tipp: Filmen deine Schüsse aus verschiedenen Perspektiven und analysiere deine Technik – oft entdeckt man so kleine Fehler, die sonst unbemerkt bleiben!


2. Wichtige Tricks für bessere SchussergebnisseEin moderner Compoundbogen mit zwei Pfeilen – perfekte Ausrüstung für Sport- und Freizeit-Bogenschützen.

Den richtigen Compoundbogen wählen

Nicht jeder Compoundbogen passt zu jedem Schützen. Faktoren wie Zuggewicht, Achslänge und Let-Off spielen eine entscheidende Rolle bei der Auswahl. Ein gutes Modell sollte ergonomisch in der Hand liegen, sich präzise einstellen lassen und zur eigenen Körpergröße passen. Wer auf hochwertige Verarbeitung und zuverlässige Technik setzt, sollte sich den Compoundbogen von Demmer GmbH & Co. KG genauer ansehen – ideal für Einsteiger und Fortgeschrittene.

Pfeilauswahl: Der richtige Spine-Wert

Der Spine-Wert beschreibt die Flexibilität eines Pfeils. Ein zu weicher oder zu harter Pfeil kann zu ungenauen Schüssen führen, da er nicht optimal mit der Kraft des Bogens harmoniert. Die richtige Abstimmung zwischen Pfeilgewicht und Zuggewicht ist entscheidend.

Visiereinstellungen für maximale Präzision

Ein gut eingestelltes Visier macht den Unterschied zwischen einem Streuschuss und einem perfekten Trefferbild. Teste verschiedene Entfernungen und justiere die Pins nach, bis du eine gleichbleibende Genauigkeit erreichst.

Zuggewicht richtig anpassen

Viele Anfänger neigen dazu, das Zuggewicht zu hoch einzustellen. Dadurch ermüden die Muskeln schneller, und die Technik leidet. Ein ideales Zuggewicht liegt für Einsteiger meist bei 40-50 Pfund.

Stressresistenz und mentale Stärke

Bogenschießen erfordert eine hohe Konzentration. Um unter Druck ruhig zu bleiben, helfen mentale Techniken wie kontrollierte Atmung, Visualisierung und Fokusübungen.

💡 Tipp: Trainiere unter verschiedenen Bedingungen – mal bei Wind, mal nach einer körperlich anstrengenden Aktivität – so lernst du, auch unter Stress konstant zu schießen.


3. Trainingsplan für präziseres Bogenschießen

Bogenschütze feuert einen Pfeil mit einem Compoundbogen ab – gestochen scharfe Aufnahme eines präzisen Schusses.

Ein strukturierter Trainingsplan verbessert nicht nur die Technik, sondern auch die Kraftausdauer und Koordination. Wer gezielt trainiert, steigert seine Trefferquote und Konsistenz enorm.

📅 Empfohlene Trainingsfrequenz: 3–4 Mal pro Woche

Woche Fokus Übung 1 Übung 2 Übung 3
1 Grundtechnik & Stabilität 10 Min Trockentraining (Zielen ohne Schuss) 30 Schuss auf 10m Ziel Rückenspannung mit Theraband
2 Zielgenauigkeit verbessern 40 Schuss auf 15m Visier feinjustieren Balance-Übungen
3 Konzentration & Konstanz 50 Schuss mit Timer Gleiche Ankerposition beibehalten Atmungskontrolle trainieren
4 Simulation & mentale Stärke 60 Schuss unter Zeitdruck Verschiedene Distanzen testen Stress-Schießen (Wettkampfmodus)

Zusätzliche Muskelaufbauübungen für Bogenschützen

Um die nötige Kraft aufzubauen, sind folgende Übungen ideal:

  • Widerstandsband-Ziehen – simuliert das Ziehen der Sehne
  • Schulter- und Rückenübungen – stärken die Haltemuskulatur
  • Planks und Core-Training – verbessern die Stabilität

Regelmäßiges Krafttraining hilft, Ermüdung zu vermeiden und die Schießtechnik länger stabil zu halten.


Kleine Änderungen, große Wirkung

Der Compoundbogen bietet eine unglaubliche Präzision – aber nur, wenn Technik, Training und Material perfekt aufeinander abgestimmt sind. Wer regelmäßig übt, seine Fehler analysiert und sich stetig verbessert, wird schnell Fortschritte machen.

📌 Fazit: Mit der richtigen Schießtechnik, cleveren Tricks und einem gezielten Trainingsplan steht deinem Erfolg als Bogenschütze nichts im Weg! Also: Sehne aufziehen, zielen und ins Schwarze treffen! 🎯

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